Unsere Gruppenregeln

1. Verschwiegenheitspflicht

In den Selbsthilfegruppen werden seitens der Teilnehmenden vertrauliche Informationen ausgetauscht. Gegenseitiges Vertrauen stellt eine Grundvoraussetzung für eine gute Zusammenarbeit in der Gruppe dar. Die Gruppen dienen dem Zweck, dass sich die Teilnehmenden untereinander offen und ehrlich austauschen können. Um dies zu gewährleisten, müssen die Gruppenmitglieder die Gewissheit haben, dass die Informationen vertraulich behandelt und nicht nach außen getragen werden. Die Teilnehmenden der Selbsthilfegruppen verpflichten sich daher, keinerlei Informationen an Außenstehende weiterzutragen.

2. Verhaltenskodex

Auch während der Gruppensitzungen gilt es sich am Verhaltenskodex des Vereins zu halten:

  • Alkohol und andere Drogen haben in den Räumlichkeiten der Gruppensitzungen nichts zu suchen. Auch ist es nicht gestattet, unter dem Einfluss von Drogen an den Sitzungen teilzunehmen.
  • Die Gefühle und Perspektiven der anderen Teilnehmenden gilt es stets zu respektieren. Auch wenn es schwerfallen sollte, für diese Verständnis aufzubringen, sollte niemand verurteilt werden.
  • Hass und Hetze haben in den Gruppen keinen Platz. Jede Person, unabhängig ihres Hintergrunds, ihren Einstellungen, ihres Lebensstils oder ihrer Sichtweisen und Meinungen verdient denselben Respekt.
  • Selbsthilfe heißt auch Selbstmanagement. Jedes Mitglied der Gruppe ist gleichermaßen für das Gelingen der Gruppe verantwortlich. Jede teilnehmende Person darf und soll Vorschläge machen. Die Mitglieder der Gruppen sind zu aktivem Zuhören, Anteilnahme, Einbringungen eigener Erfahrungen und Selbstreflexion angehalten. Sich gegenseitig aussprechen zu lassen ist ebenso wichtig. Auch sollten die Teilnehmenden über sich selbst und nicht pauschal über Betroffene sprechen („Ich“ statt „Man“). Ratschläge sollten nur auf Wunsch geäußert werden. Auch sollte von Bewertungen und Diagnosen abgesehen werden.

Sollte ein Mitglied einer der Selbsthilfegruppen insoweit gegen den Verhaltenskodex verstoßen, als dass dies eine schwerwiegende Auswirkung auf andere teilnehmende Personen oder aber die Gruppe hat, kann die Gruppenleitung entsprechende Maßnahmen ergreifen.

3. Verbindlichkeit

Selbsthilfegruppen leben vom Austausch ihrer Mitglieder. Hierfür ist es wichtig, dass die Teilnehmenden regelmäßig an den Treffen teilnehmen, da nur dann eine vertraute Gruppenatmosphäre entstehen kann. Um einer fehlenden beziehungsweise suboptimalen Gruppendynamik entgegenzuwirken, gelten hinsichtlich der Anwesenheit daher folgende Regeln:

  • Ist es einer teilnehmenden Person nicht möglich, an einem Treffen teilzunehmen, so hat diese dies per Mail mitzuteilen.
    Ein Eingang dieser Mail nach Beginn des Treffens gilt als unentschuldigtes Fehlen.
  • Bei Nicht-Teilnahme an einem Treffen ohne vorherige Abmeldung gilt dies als unentschuldigtes Fehlen.
  • Sollte es innerhalb eines Kalenderjahres zu zweimaligem unentschuldigtem Fehlen einer teilnehmenden Person kommen,
    so wird diese aus der Selbsthilfegruppe ausgeschlossen.
  • Weiterhin wird eine teilnehmende Person aus der Selbsthilfegruppe ausgeschlossen, wenn diese innerhalb eines Kalenderjahres drei Mal in Folge oder sechs Mal im Laufe des Kalenderjahres fehlt. Hierbei wird zwischen entschuldigtem und unentschuldigtem Fehlen nicht unterschieden. Eine Ausnahme stellt hierbei eine angemeldete, langfristige Abwesenheit aus wichtigem Grund wie beispielsweise Urlaub oder längere Krankheit dar. Die Entscheidung, inwieweit die Gründe eine Nicht-Teilnahme rechtfertigen, obliegt letzten Endes der Gruppenleitung, wobei diese für eine Entscheidungsfindung die anderen Mitglieder der jeweiligen Selbsthilfegruppe mit einbeziehen kann.

4. Zuverlässigkeit

Die Teilnehmenden der Selbsthilfegruppen sind dazu angehalten, pünktlich zu den Treffen zu erscheinen. Eine verspätete Teilnahme kann den Ablauf der Gruppensitzung stören und sollte daher nicht vorkommen. Bei wiederholter Unzuverlässigkeit hinsichtlich der Pünktlichkeit ist die Gruppenleitung dazu berechtigt, Sanktionen gegen die entsprechende Person zu verhängen. Hierzu zählt beispielsweise der Ausschluss vom Treffen und der Vermerk als unentschuldigt fehlend.

Des Weiteren haben die teilnehmenden Personen dafür Sorge zu tragen, via Mail erreichbar zu sein. Um diese Erreichbarkeit zu gewährleisten, empfiehlt es sich, die E-Mail-Adresse des Vereins als vertrauenswürdigen Absender zu speichern. Bei wichtigen Anliegen, die entweder die einzelne Person oder aber die Gruppe im Allgemeinen betreffen, sollten die Mitglieder der Gruppe erreichbar sein. Ist ein Mitglied vermehrt nicht erreichbar, kann die Gruppenleitung entsprechende Maßnahmen ergreifen, die in dessen Ermessen liegen, wobei diese für eine Entscheidungsfindung die anderen Mitglieder der jeweiligen Selbsthilfegruppe mit einbeziehen kann.