Artikel „Gemeinschaft macht stark“ in der Unionviertelzeitung

Der Verein darf sich in der 64. Ausgabe der Unionviertelzeitung über einen eigenen Artikel unter dem Titel „Gemeinschaft macht stark. Von neuer ADHS-Selbsthilfegruppe zum Verein.“ freuen. Weiter unten gibt es die Möglichkeit, sich den Text des Artikels anzeigen zu lassen.

Text des Artikels

„Warum funktioniere ich nicht so wie die anderen?“ Eine Frage, die sich viele Betroffene stellen. Der 28-jährige Student Mike Hahn erhielt im August 2022 eine Erklärung, als er die Diagnose Aufmerk-samkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) bekam. Die medizinisch definierten Leitsymptome von ADHS sind Aufmerksamkeitsschwäche, Impulsivität und Hyperaktivität. Die Ausprägung dieser Symptome ist sehr unterschiedlich. Wenn sie die Leistungsfähigkeit dermaßen beeinträchtigt, dass die Betroffenen Schwierigkeiten haben, ihren Alltag zu bewältigen, und vielleicht sogar psychische Begleiterkrankungen wie Sucht, Depressionen oder Schlaf- und Angststörungen entwickeln, ist eine Behandlung dringend angeraten.

Oft wird die Tragweite von ADHS herunter-gespielt: „Das ist nur eine Modeerscheinung“, „ADHS haben nur Kinder“, ,Das liegt an schlechter Erziehung“ oder „Stell dich nicht so an, andere schaffen das doch auch.“ Aber hilfreich ist das für die Betroffenen nicht.

Allerdings bringt ADHS nicht nur Nachteile mit sich. Viele ADHSler*innen sind zum Beispiel besonders kreativ, hilfsbereit und begeisterungsfähig.

Für Mike Hahn begann mit der Diagnose ADHS die Suche nach Informationen und Erfahrungen anderer Betroffener. Doch zu seiner Überraschung musste er feststellen:
Die letzte Selbsthilfegruppe gab es 2013 in Dortmund. Kurzerhand entschied er, selbst eine Gruppe ins Leben zu rufen. Gemeinsam mit einer Kommilitonin, Madita Kroh, bei der ebenfalls ADHS diagnostiziert wurde, führte er erste Gespräche mit der Selbsthilfe-Kontaktstelle. Innerhalb weniger Tage wurde eine Website erstellt, auf der sich Interessierte für eine Selbsthilfegruppe melden konnten.

Schnell fanden sich genügend Menschen, sodass im Januar 2023 das erste Treffen in den Räumlichkeiten der Selbsthilfe-Kontaktstelle stattfand. Mit zwölf Teilnehmer*innen wurde eine neue ADHS-Selbsthilfegruppe in Dortmund gegründet. Die Resonanz war so groß, dass im Februar 2023 gleich die zweite Gruppe zustande kam.

„Verschwende deine Zeit nicht damit, so zu werden wie andere dich haben wollen. Finde deine Leute. Sie werden dir erlauben, du zu sein,…“ (Shannon L. Alder, Autorin)

Da die Nachfrage nach einem Platz in einer der Selbsthilfegruppen weiter stieg, wurden im August 2023 zwei zusätzliche Gruppen gegründet, die sich fortan online treffen – dadurch wird auch jenen ADHSler*innen eine Plattform zum gemeinsamen Austausch geboten, die persönlich nicht teilnehmen können.

Mike Hahn ist selbst beeindruckt von der Resonanz: „Das Feedback auf Maditas und meine Initiative zeigt, wie wichtig es war, endlich wieder Selbsthilfegruppen für ADHSler*innen in Dortmund ins Leben zu rufen.“ Und welche Bedeutung es hat, sich mit Menschen austauschen zu können, die in der gleichen Situation sind, die gleichen Erfahrungen machen, verdeutlichen Kommentare wie diese:
„Das Schönste an der Gruppe ist, dass ich verstanden werde und mich nicht erklären muss.“
„Ich hätte nicht gedacht, dass ich aus einer Selbsthilfegruppe so viel Positives ziehen kann.“
„Ich freue mich immer schon Tage bevor das Treffen stattfindet.“


Im Laufe dieses Jahres sollen weitere Gruppen gegründet werden, unter anderem für Eltern von Kindern mit ADHS und für Angehörige von ADHSler*innen.
ADHS ist keinesfalls ein seltenes Phänomen, sondern eine der am häufi gsten diagnostizierten psychischen Störungen. Aktuelle Studien gehen davon aus, dass etwa 4 bis 5% der Weltbevölkerung von ADHS betroffen sind. In einer Stadt wie Dortmund mit knapp 600.000 Einwohner*innen bedeutet
das, dass zwischen 24.000 und 30.000 Menschen betroffen sein könnten.

Leider gehen mit ADHS immer noch viele Vorurteile einher.
Um dem entgegenzuwirken und gleichzeitig Betroffenen ein Sprachrohr zu geben, gründeten Madita und Mike schließlich im Oktober 2023 den gemeinnützigen ADHS Dortmund e.V. Dieser bietet neben den Selbsthilfegruppen zusätzlich ein umfassendes Mitgliederforum, Zugriff auf eine Bibliothek mit Fachliteratur, die Möglichkeit, bei neuen Treffen neue Kontakte zu knüpfen, und regelmäßig stattfindende Sprechstunden. Auch sind für dieses Jahr verschiedene Veranstaltungen wie ein Sommer- und Begegnungsfest sowie eine Informationsveranstaltung geplant. Der Verein ist mittlerweile auf dem Union Gewerbehof ansässig. Neben dem Vereinsbüro finden auf dem Gelände sowohl die Treffen der Selbsthilfegruppen als auch die zukünftigen Veranstaltungen statt.

Kontakt: ADHS Dortmund e.V.
Huckarder Straße 10–12, 44147 Dortmund
mail@adhs-dortmund.de
Mobil/WhatsApp: 0156 79 39 2635
Instagram: @adhs_dortmund

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